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Joachim Gauck und Helga Hirsch "Erschütterungen"

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien , 23.08.2023, 22:10 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 5221x gelesen

Wien [ENA] Politiker*innen verstecken sich gerne, wenn sie zu offensichtlichen Problemen und Fehlentwicklungen gefragt werden, in ihren Antworten hinter den sogenannten Sachzwängen oder geben treuherzig ihre Unwissenheit zu und betonen, eben auch nur Menschen zu sein. Irgendwie mutet das Buch "Erschütterungen - Was unsere Demokratie von außen und innen bedroht" des ehemaligen Bundespräsidenten der BRD Joachim Gauck so an.

Denn eigentlich dreht der deutsche Politiker und protestantische Theologe den Spieß um und stellt eine ganze Reihe von politisch brisanten Fragen an seine Leser*innen. Warum haben wir zu lange die territoriale Unterwerfung eines demokratischen Staates in Europa nicht kommen sehen und warum haben wir auf Diplomatie und "Wandel durch Handel" gesetzt? Nun, Joachim Gauck ist nicht irgendwer. Geboren 1940 in Rostock, war er schon in der DDR ein angesehener Theologe und auch politisch tätig. Nach der Wiedervereinigung war er umgehend Mitglied des Deutschen Bundestages für das Bündnis 90 und Bundesbeauftragter für die Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen. Warum hat also nicht er die Katastrophe, die sich in der Ukraine abspielt, kommen sehen?

Als Bundespräsident hatte er Heere an Beratern, Analysten oder Professoren zur Verfügung um die Lage einzuschätzen. Deshalb klingt die Frage, "wäre unsere Gesellschaft überhaupt bereit, die liberale Demokratie notfalls mit Entschlossenheit zu verteidigen" fast zynisch in Angesichts Putins Drohung eines nuklearen Angriffs gegen den Westen. Auch wird es nicht viel nützen, wenn "das Buch nach den Denkweisen, die die letzten Regierungen zu fehlerhaften Entscheidungen geführt haben und von der Mehrheit der Gesellschaft getragen wurden" fragt, in einer Zeit wenn sich die Krisen unverhältnismäßig häufen und eine Demokratie infrage stellen, die sowieso nur noch sehr oberflächlich funktioniert und den Menschen nicht mehr ausreichend Schutz bietet.

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