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Der große Aufreger Bürgergelderhöhung 07.09.2023

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Berlin, 08.09.2023, 00:28 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 10026x gelesen
Nur wer diesen Status erreicht, darf Bürgergeld beziehen, meinen manche gutverdienende Bürger
Nur wer diesen Status erreicht, darf Bürgergeld beziehen, meinen manche gutverdienende Bürger  Bild: Apollo22 / Pixabay.de

Berlin [ENA] Ich habe ja wie viele von ihnen in den letzten Tagen mitbekommen, wie sich wieder die Gemüter hochkochen wegen der jetzt von der Bundesregierung geplanten Bürgergelderhöhung. Und wie schnell in Talkshows, in Nachrichten TV, im Internet, in der Zeitung, einfach überall wieder Experten auftauchen.

Die alle wissen, das das Bürgergeld offensichtlich nur Personen bekommen, die zu faul sind zu arbeiten, diese hellseherischen Fähigkeiten sind schon erstaunlich. Da fällt mir immer der bewährte Spruch ein: Was ich denk und tu, das trau ich auch einem anderen zu. Was zum Beispiel bei der Beurteilung von Flüchtlingen tabu, diskriminierend, rechts und hasserfüllt sein soll, nämlich pauschal von denen gewisse Eigenschaften vorauszusetzen, das gilt offensichtlich bei Bürgergeldempfängern nicht. Um es einmal klar zu sagen: Wenn eine Gruppe von Menschen das Geld bekommt ohne jemals dafür auch nur einen Handschlag getan zu haben und es viele weiterhin bekommen, ohne etwas dafür zu tun.

Dann sind es im Besonderen ukrainische Flüchtlinge, die einfach mal so vom Staat sozial MINDESTENS gleichgestellt werden mit einem Arbeitnehmer, der nach 35 Jahren Arbeit arbeitslos wird und nach einem Jahr Bürgergeld bekommt, bekommen das gleiche und dazu noch einige besonderen Zuschüsse. Desweiteren sind wir uns wohl einig, das durch Corona, Insolvenzen, Inflation, Krieg und andere Dinge natürlich viele Personen zusätzlich arbeitslos geworden sind, die dazu nichts können und z. B. aufgrund des Alters keinen Job mehr finden. Und dazu kommen viele Arbeitslose, die Langzeitarbeitslose sind und irgendwann keine Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt mehr haben weil sie zu lange arbeitslos sind.

Und ja, es gab und gibt immer Arbeitslose, die wollen nicht arbeiten und da sollten die Bürger, die sich darüber aufregen, lieber mal bei der Wahl die Parteien wählen, die dagegen wirkungsvoll vorgehen wollen statt die Klappe aufzureißen. Aber natürlich werden viele leichtgläubige ahnungslose Bürger, denen man jeden Bären aufbinden kann, ich sage nur Enkeltrick und Phishing Mails, es fallen immer wieder welche rein, und die werden nie aussterben; und diese ahnungslosen Bürger glauben das, was sie in obig genannten Medien als die Wahrheit vorgesetzt bekommen. Um mal einige Beispiele zu nennen:

Große Überschrift, fette Letter und großes Bild. Ein angeblich bei einer Spedition angestellter Mann hat seinen Job gekündigt. Weil er angeblich mit Bürgergeld 300 Euro netto mehr hätte. Zu dieser bescheuerten Darstellung kommt es dann im Textverlauf zu der Wahrheit: Weil der Mann erklärt hat, in Zukunft zu dem Bürgergeld steuerfrei schwarz arbeiten zu wollen, habe er mit Bürgergeld mehr. Was ist denn das für eine Darstellung ? Wenn jeder schwarz arbeiten würde, hätte fast jeder mehr Geld mit Bürgergeld. Vergleichen wir hier gesetzliche Regelungen mit Straftaten oder was ? Wenn ich im Drogengeschäft arbeite verdiene ich mit Bürgergeld auch mehr als bei einem Vollzeitjob 40 Stunden/Woche.

Wirklich ein idiotischer Bericht, der da präsentiert wird. Angeblich hätte er 14 Euro/Stunde. Rechnen wir mal. 14 Euro x 150 Stunden Vollzeit Minimum = 2100 Euro brutto. Selbst ein Lediger bekommt knapp 1500 Euro Auszahlung, jetzt soll mir mal einer erklären, wie bei 561 Euro Bürgergeld + Miete man auf 1500 Euro Auszahlung kommt. Gibt es nicht, das sind dann auch immer die verlogenen Beispiele, wo die Experten fiktive Beispiele generieren, eine Familie mit 2 – 3 Kinder und so da rechnen Sie dann noch Kinderbetreuung und und und ein. Ja, man kann immer Beispiele kreieren, wo das Bürgergeld hoch und der Job schlecht ist, indem ich sage, ja, ich arbeite auch nur 20 Stunden/Woche.

Klar kriege ich dann bei Bürgergeld wahrscheinlich mehr. Bei den normalen Arbeitsverhältnissen, normal heisst wie es Jahrzehnte üblich war und ist, Vollzeitarbeit 37.5 Stunden/Woche kommen die Sätze an den tatsächlichen Verdienst nicht ran. Das Problem ist, das sich viele Arbeitnehmer, weil Beamte die Vorbilder fürs Abkassieren im deutschen Staat geworden sind, meinen, sie müßten zu ihrem Gehalt alle möglichen Energiegelder, Inflationsprämien und sonstige staatliche Unterstützungen bekommen, wie sie bei Beamten und Politikern reichlich fliessen. Und die kommen dann zu dem Ergebnis, Verdienst 1500 Euro netto bei 37.5 Stunden/Woche, Bürgergeld incl. aller Leistungen 1200 Euro nett0/Monat. Für 300 Euro arbeite ich keine 150 Stunden.

Das sind 2 Euro/Stunde. So wird gerechnet. Und das ist ausgemachter Blödsinn. Und GENAU dieses Klischee bedient beispielsweise die Bildzeitung mit so Überschriften wie vom 6.69.23: Arbeiten lohnt sich nicht mehr. Warum gehen dann nicht die Redakteure bei der Bild Zeitung, die Volontäre und alle anderen nach Hause und kündigen ? Weil das rein populistische wie von Grünen in Sachen Klimawandel verbreitete ideologisch bewußt falsch gesetzte Aussagen sind, die eben bei diversen Bürgern genau so ankommen, wie die Bild Zeitung das haben will. Gesellschaftsgruppen gegeneinander aufhetzen.

Anderes Beispiel bei Focus Online. Eine Familienmutter wundert sich, wo das ganze Geld herkommen soll. Aber wo seit 2015 die Milliarden an Euros für die Flüchtlinge, die Milliarden an Euro für die Ukraine, die 10 Milliarden an China, 100 Milliarden an die Bundeswehr, 360 Milliarden Coronahilfskosten für die Industrie und und und , das wundert sie nicht. Nein, weil sie sich damit gar nicht beschäftigt, das wird ihr auch nicht „ schmackhaft „ gemacht. Da merkt man auch gleich, welchen Kleingeist manche wirklich haben, das ist Fakt. Und dann noch zu behaupten, also 12 % mehr Lohn würde ja ein normaler Angestellter auch nicht bekommen.

Da kann ich nur sagen: Mädchen, schalt bitte das Gehirn ein. Oder lies diesen Bericht nicht weiter, du versteht es eh nicht. Und damit bist du nicht alleine, freu dich, du gehört zu einer größeren Gruppe, die diese Märchen auch glauben. Den anderen erklär ich es mal: Schonmal davon gehört, das eine prozentuale Steigerung von Einnahmen umso größer als Betrag ausfallen, je größer die bezugssumme ist ? Wenn ich als kleiner Bürgergeldempfänger 502 Euro bekomme + 12 % kommen wir auf 563 Euro , also 61 Euro mehr. Wenn ich als Angestellter mit 1500 Euro netto 5 % mehr bekomme sind das trotz der nur 5 % schon 75 Euro netto mehr.

Und Bundestagsabgeordnete die sich 2.6 % genehmigen bekommen dann eben mal knapp 300 Euro mehr, obwohl es nicht einmal 3 % sind. Entscheidend sind doch nicht die Prozente, sondern das, was am Ende netto in der Tasche übrig bleibt. Das haben inzwischen sogar Kinder begriffen, manche Erwachsene bis heute nicht. Und jetzt gucken wir uns für alle Ahnungslosen in diesem Leserkreis mal das Bürgergeld an. Die Tabelle finden sie in der Grafik. Und jetzt frage ich Sie, ob Ihnen 1.81 Euro für ein Bücherkauf, für Bildung im Monat reicht oder ab sie mehr brauchen. Ob sie mit 175 Euro im Monat all ihre Getränke und Lebensmittel kaufen die sie haben wollen, ob sie für 19.16 Euro Gesundheitspflege auskommen usw. Nein, werden sie sagen.

Aber offensichtlich haben viele vergessen, das quasi in allen Bereichen, die AUCH Bürgergeldempfänger zahlen müssen; Lebensmittel, Getränke, Friseur, Busfahrkarte, Drogerieartikel, Strom usw. die Erhöhungen sprich Inflationen bezahlen müssen und die das viel mehr trifft als alle anderen !? Vielleicht liegt es daran das das Bürgergeld erst einmal auf ein NORMALES Niveau für die heutige Zeit erhöht werden muß, damit alles bezahlbar bleibt; schonmal daran gedacht ? Fragen Sie mal den paritätischen Wohlfahrtsverband, den SoVD nach einem normalerweise auskömmlichen Satz; der liegt aber noch um einiges höher. Weil die dumm sind, weil die Abzockerinstitutionen sind oder weil die einfach realistisch einschätzen ?

Das schlimme an dem heutigen Staat ist, das die Personen, die ihr auskömmliches Leben haben, denen, die unverschuldet ganz unten angekommen sind, noch nicht einmal die Butter auf´s Brot gönnen, und deshalb kann ich bei so einem Staat nur sagen: Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen muß. Sozialstaat, wir haken uns alle unter, keiner wird alleine gelassen ?! Lügen und Lippenbekenntnisse, sonst nix. Und wenn dann der Staat tatsächlich mal helfen will, dann wollen es die Bürger nicht. Armes Deutschland.

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