"Du sollst dir ein Bild machen" im Künstlerhaus Wien
Wien [ENA] Die kontroverse Ausstellung "Du sollst dir ein Bild machen" im Künstlerhaus Wien ist eigentlich gar nicht so kontrovers, schockierend und schon gar nicht wirklich neu, denn die wütende Dekonstruktion einer christlich religiösen Bildsprache ist ein beliebtes Sujet moderner Kunst, die sich immer wieder abarbeiten möchte am Gegensatz einer geschlechtslosen religiösen Ikonographie und dem Recht auf Sex in der Darstellung
Kein Wunder also, dass die Künstlerin Anouk Lamm Anouk in ihrem Ausstellungsbeitrag "No age, noch gender, noch origin " eine abgewandelte Pietà mit einer blutenden Maria als Transfrau zeigt, die den toten Körper ihres Sohnes hält. Maria hat aber in diesem Kunstwerk einen Penis, der von Jesus gehalten wird. Zwar ist es auch künstlerisch richtig Sexualität als das ewig Verdrängte, ewig Verdeckte, ewig Unterdrückte zu fassen, nichtsdestotrotz kann dieser Versuch das Verdrängte sichtbar zu machen zu keiner wirklichen Aufklärung und Erlösung führen. Das prachtvolle Künstlerhaus Wien, eine sehr alte und sehr ehrwürdige Kunstinstitution, hat sich nach seiner Renovierung sehr modern und avantgardistisch positioniert.
Ob es für diese Modernisierung wirklich notwendig war wunderschöne Renaissancetäfelungen hinter weißen Resopalplatten verschwinden zu lassen, ist natürlich fraglich. Die kontroverse Ausstellung "Du sollst dir ein Bild machen" hat auch dazu geführt, dass aus Angst vor Störaktionen oder mutwilligen Beschädigungen alle Besucher*innen in der Garderobe im Keller ihre Taschen abgeben mussten, sogar kleine Handtaschen. High Security und Bewegungseinschränkungen für eine Kunst, die in der Gesamtschau eine Persiflage, eine Groteske ist, ist selbst eine Groteske und nähert den Kunstbetrieb immer mehr an das flimmernde, grelle Nervöse an, das dem ruhigen Fluss einer nach Seele suchenden Kunst die trotzige Stirn bietet.




















































