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Die Wiener Würfeluhren und "Normalzeit Lichterloh"

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 31.05.2021, 08:19 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 3281x gelesen
Eva Chytilek
Eva Chytilek   Bild: Schura Euller Cook

Wien [ENA] In der k. und k. Reichshauptstadt Wien gab es im Jahr 1902 bereits sehr wertvolle und schöne öffentliche Uhren, die meisten davon auf Kirchtürmen und Fassaden, über die aber, wegen ihrer Ungenauigkeit, oft geklagt wurde. Angesichts dieser "Uhrenmisere" suchte das Wiener Stadtbauamt nach Lösungen.

Gemeinsam mit der Uhrenfabrik "Ing. Emil Schauer" wurde eine elektrisch betriebene Uhr entwickelt. Ende August 1907 wurde der erste Prototyp an einem Lichtmast in etwa sieben Meter Höhe an der Kreuzung Opernring/Kärntnerstrasse installiert. Sehr bald wurde die neue "Normalzeit von Schauer" ein Wahrzeichen für die Wiener und Wienerinnen. Nach ihrer wechselhaften Geschichte waren die Wiener Würfeluhren 2007 technich nicht mehr auf der Höhe der Zeit und sollten erneuert werden. Die Kunsthändler "Lichterloh" interessierten sich für das wertvolle Design und erwarben die historischen Modelle von der Stadt Wien. Bald darauf organisierten sie die große Kunstausstellung "Normalzeit" in einer ehemaligen Fabrikshalle.

Zwölf Künstler*innen wurden eingeladen über Zeit zu philosophieren und die Wiener Würfeluhr künstlerisch zu verarbeiten. So bricht z.B die Künstlerin Eva Chytilek in ihrer Installation mit ritualisierten Wahrnehmungs-und Bedeutungsmustern und spielt mit der Transformation von Alltagsobjekten. Aber mit dieser Kunstausstellung war die künstlerische und kommerzielle Erfolgsgeschichte des Normalzeit-Design noch nicht zu Ende. 2015 nahm Lichterloh einige der historischen Uhren zu einer Messe nach New York mit und der Designer Fredi Brodmann machte den Vorschlag eine Armbanduhr im Design der Würfeluhr herauszubringen. Gesagt-getan, nach Fertigstellung entwickelte sich diese sehr bald zu einem Kult-und Sammelobjekt und leistbarer "Normalzeit".

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