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Was läuft schief am Arbeitsmarkt in Österreich?

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 14.04.2018, 14:40 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 4629x gelesen
Pressekonferenz AK Oberösterreich
Pressekonferenz AK Oberösterreich  Bild: Schura Euller Cook

Wien [ENA] Unregelmäßige Arbeitszeiten, hohe gesundheitliche Belastungen, schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf und nicht zuletzt schlechte Bezahlung. Viele Beschäftigte in Österreich sind mit den Arbeitsbedingungen in der Gastronomie unzufrieden und wollen den Arbeitgeber oder Beruf wechseln.

Die Probleme in der Gastronomie sind hausgemacht, meint AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Rund 216 000 Menschen arbeiteten 2016 in Beherbergungs-und Gastronomiesektor - ein Viertel davon geringfügig und mehr als 40 Prozent in Teilzeit. Die Zahl der Lehrlinge in der Sparte sinkt kontinuierlich. Auch die Zahl der Lehrbetriebe ist signifikant zurückgegangen. Die saisonal schwankende Beschäftigung bringt viele Probleme mit sich wie Arbeitslosigkeit und unregelmässiges Einkommen. Nur 38 Prozent können gut von ihrem Lohn leben. Fast ein Drittel ist mit der sozialen Absicherung unzufrieden. Leider gehört das Gastgewerbe immer mehr zu den Berufen, die von der wachsenden Gruppe von bessergestellten Sozialhilfeempfänger demotiviert wird.

Gerade Motivation ist für viele Arbeitnehmer in schwierigen und nicht besonders gut bezahlten Berufen von Bedeutung. Ein Viertel in der Gastronomie arbeitenden Köche und Köchinnen fühlt sich stark durch permanenten Zeitdruck belastet. Für die überwiegende Mehrheit der Gastro-Beschäftigten gehört Wochendarbeit zur Normalität und ein Viertel muss auch häufig nachts arbeiten. Darunter leidet die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Privatleben. In einem vom Tourismus abhängigen Land wie Österreich ist die Unzufriedenheit und Demotivation dieser Berufsgruppe ein besonderes Problem, das hoffentlich nicht durch einen Zusammenbruch der Wirtschaft und des Sozialsystem gelöst wird.

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