Sonntag, 25.08.2019 11:29 Uhr

P.M. Lingens Buch, "Die Zerstörung der EU"

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 23.05.2019, 18:11 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 5692x gelesen

Wien [ENA] In der Buchhandlung Kuppitsch in der Wiener Innenstadt hat Peter Michael Lingens sein wirtschaftstheoretisches Buch, "Die Zerstörung der EU, Deutschland als Sprengmeister, Österreich als Mitläufer" vorgestellt. Die Thesen sind pointiert, vielleicht überspitzt, was auch damit zu tun haben kann, dass er langjähriger Journalist ist. 1938 in Wien geboren, erlebte er Österreich von der Kriegszerstörung bis heute.

Wirtschaft ist wichtig. Das hat schon Karl Marx gewusst. Man sollte ein rudimentäres Verständnis davon haben, auch wenn man nicht zur Zunft der Ökonomen gehört. Das Buch hilft sicherlich dabei, auch wenn es vordergründig um eine gewagte These geht, nämlich Schulden machen für einen Staat ist gut und vielleicht das einzige Mittel um die Wirtschaft in Schwung zu halten. Das sagt Lingens nicht nur so dahin, sondern begründet es ziemlich eingehend auf fast 200 Seiten. So sieht er das österreichische "Wirtschaftswunder" von 1954 - 1980 auch darin, dass der Staat in der Vergangenenheit keine Überschüsse erzielte, sondern sich immer höher verschuldete. Dafür verwendet er öfter den Begriff "Saldenmechanik".

Die beweist angeblich mit mathematischer Gewissheit, dass höhere Ausgaben des Staates die Konjunktur befeuern. Sparen, wie es der Vertrag von Maastrich verlangt und von der Kanzlerin Angela Merkel unter Strafandrohung der EU verordnet wurde, ist kontraproduktiv. Ein anderes großes Thema in dem Buch ist Deutschlands angebliche "Lohnzurückhaltung". Dadurch hat es einen erheblichen Wettbewerbsvorteil anderen EU Ländern gegenüber und erzielt damit seine hohen Handelsüberschüsse. Auch meint er, dass die Einführung des Euro hauptsächlich für die deutsche Wirtschaft von Vorteil war. Trotz interessanter Analysen scheint bei Lingens eine idealistische Färbung durch, die zum Ausmaß der "Leidenschaften" in der Wirtschaft keine Stellung nimmt.

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