Sonntag, 25.08.2019 11:50 Uhr

Hilfswerk Österreich denkt vor: Fachschwerpunkt Demenz

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 06.05.2019, 04:48 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 5817x gelesen

Wien [ENA] Das Hilfswerk Österreich hat in Wien im Mai 2019 eine Pressekonferenz abgehalten. Das Thema war "Der große Demenz-Irrtum: Was Betroffene wirklich brauchen". Das macht betroffen, besonders wenn man die Prognosen betrachtet. Schon jetzt leben in Österreich 130 000 Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen. Die Gesellschaft muss sich aber schon jetzt darauf einstellen, dass sich diese Zahlen deutlich erhöhen werden.

Der wichtigste Risikofaktor ist die steigende Lebenserwartung. Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der Menschen mit Demenz etwa verdoppeln. Wie kann man sich auf diese schwierige Situation einstellen? Das Hilfswerk Österreich fordert ein Umdenken und die entsprechenden Rahmenbedingungen um die gesellschaftliche Teilhabe aller Betroffenen zu ermöglichen. Ein Mensch mit Demenz hört nicht auf ein Mensch zu sein. Das ist vielleicht leichter gesagt als getan, denn unser Lebensstil orientiert sich hauptsächlich am kognitiven Leistungsvermögen. Was passiert eigentlich mit dem Geist? Wird die demenzkranke Person "vom Geist verlassen", büßt sie ihr Selbst ein, verliert sie ihre Identität, ihre Persönlichkeit? Hat der Kopf genug vom Leben?

Philosophen fordern daher eine Auseinandersetzung mit dem einseitigen rationalistischen Menschenbild, in dem Kontrollverlust und Sprachzerfall das Ideal der Leistungsgesellschaft in Frage stellen. Aber philosophisch sind die Probleme nicht wirklich zu lösen. Letztendlich bleibt nur die "Caritas", das Hinwenden zum bedürftigen Menschen. Und dieser Aufgabe hat sich das Hilfswerk gestellt. Es ist der größte heimische Anbieter von Pflege zu Hause. Sie beobachten seit vielen Jahren die steigende Zahl an Menschen mit Demenz und setzen Fachschwerpunkte um auf die Bedürfnisse der Betroffenen und ihrer pflegenden Angehörigen eingehen zu können. Für diese Aufgabe fordern sie aber auch von der Politik eine signifikante Erhöhung des Pflegegeldes.

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