Dienstag, 29.09.2020 15:13 Uhr

Gedanken zu Kants "Ewigen Frieden"

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 22.04.2020, 10:46 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 5293x gelesen

Wien [ENA] Der große Philosoph Immanuel Kant, der heute Geburtstag hat, glaubte an den "ewigen Frieden" und hat dazu 1795 einen vielbeachteten philosophischen Entwurf geschrieben. Jedes Zeitalter hat seine schrecklichen Kriege und auch Kant wusste das. Kein Wunder also, dass er sich in seiner gewohnt analytischen Denkweise damit philosophisch auseinandersetzte Man muss sich aber zuerst durch seine trockene Sprache durchbeißen.

Doch dann findet man durchaus "poetische" Ansätze die zeigen, wie weit und klar sein geistiger Horizont war. "Seid listig wie die Schlange", sagt die Politik und "ohne Falsch wie die Taube" antwortet die Moral. Wie können also Politik und Moral einvernehmlich werden, fragt sich Kant und antwortet, "nur wenn sie die transzendentalen Begriffe des öffentlichen Rechts ermöglichen." Kants Glaube an die Macht der Gesetze geht so weit, dass für ihn die beste Verfassung diejenige ist, in der nicht die Menschen, sondern die Gesetze regieren. Absolut wichtig ist ihm aber auch, dass Gesetze nicht geheim gemacht und interpretiert werden, sondern im öffentlichen Diskurs, denn "ohne Publizität gibt es keine Gerechtigkeit und Recht."

Fast "romantisch" wird Kant wenn er über die Natur spricht. Denn er sieht die Geschichte der Menschengattung "als die Vollziehung eines verborgenen Plans der Natur um eine vollkommene Staatsverfassung zustande zu bringen." Diese würde dann den ewigen Frieden unter den Völkern garantieren. Natürlich ist der Weg dorthin lang und steinig und von unzähligen Kriegen und Konflikten geprägt. Kant macht sich keine Illusionen über den Menschen. Ganz im Gegenteil. Er sieht sogar in seiner ungeselligen, bösartigen Natur jene Triebfeder, die die Vergesellschaftung unter ein Gesetz notwendig macht. Wie können wir Kants Visionen für den "ewigen Frieden" heute sehen? Vielleicht hilft uns für den Weltfrieden doch nur ein "vernünftiges" Computerprogramm.

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