Mittwoch, 28.10.2020 21:03 Uhr

Gedanken zu Hildegard von Bingen

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 20.09.2020, 09:07 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 4145x gelesen

Wien [ENA] Vor ungefähr tausend Jahren, nämlich 1098, wurde Hildegard von Bingen in Bermersheim in der Pfalz geboren. Es war auch die Zeit der großen katholischen Klostergründungen, die als geistliche und weltliche Herrschaft die Gesellschaft im Sinne der Bibel gestalten wollten. Schon Karl der Große wollte, dass Klöster eine zivilisatorische Aufgabe wahrnehmen. Der "Zauber der Bibel" löste eine Umgestaltung der Kultur aus.

Alte Mythen verblassten und "Das Buch der Bücher" mit seinen Gottesvorstellungen, Geschichten, Propheten, Wundertätigkeiten und Lyrik ergriff die Menschen immer mehr. 1108 ließ die Grafenfamilie von Sponheim eine Frauenklausur auf dem Klostergelände Disibodenberg errichten, in dem die erst 8jährige Hildegard aufgenommen wurde, weil sie angeblich schon mit 5 Jahren religiöse Visionen hatte. Hildegard wurde 1136 Äbtissin, war Dichterin und Naturwissenschaftlerin. Sie war die erste anerkannte Vertreterin der deutschen Mystik. Ihre Werke befassen sich mit Religion, Medizin, Ethik oder Kosmologie. Sie predigte auch öffentlich und 1147, während der Synode in Trier bekam sie die Erlaubnis vom Papst Eugen III. ihre Visionen zu veröffentlichen.

In der vierten Vision schreibt sie, "und dann sah ich einen unbeschreiblich heiteren Glanz, der wie in zahllosen Augen aufflammte. Gegen die vier Seiten der Welt hatte er Ecken. Er versinnildete das Geheimnis des himmlischen Schöpfers." In ihrer fünten, irgendwie beklemmenden Vision, sah sie auch Abraham, Moses und die übrigen Propheten auf einer übergroßen Frauengestalt stehend, die die Synagoge symbolisiert. Aber als Medizinerin konnte sie auch realistisch und derb sein. Sie schreibt, "manche Menschen sind gierig und enthalten sich nicht üppiger Speisen. So bildet sich in ihnen giftiger, zäher, trockner Schleim" oder "wenn das Blut eines Mannes in der Glut der Wollust aufschäumt, giebt es Schaum von sich, den wir Samen nennen."

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