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"Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit"

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 23.04.2020, 10:45 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 5127x gelesen

Wien [ENA] Konrad Lorenz in seinem Buch "Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit" kann nicht anders, als mit der Menschheit hart ins Gericht zu gehen. Die Anklagen in seinem Buch sind erschreckend, umsomehr er fast alle Wissenschaften als Zeugen der Anklage aufruft. Er selbst, geboren 1903 in Wien, absolvierte ein Philosophie, Medizin und Zoologiestudium und er war Professor für Psychologie und Verhaltensforschung.

Damit war sein Blick auf die Welt und den Menschen geprägt von einer fast "erbarmungslosen" Unbestechlichkeit, die aber anscheinend charakteristisch für das Eintreten der Naturforscher und Biologen in den wissenschaftlichen Diskurs seit Darwin sind. Die Definition des Lebens und des Menschen wurde aus dem theologischen Kontext gerissen und neu interpretiert. Das hatte Folgen. Insbesondere für das unschuldige Tier, dass neben seinem traurigen Los als Nutztier auch noch als Versuchstier klassifiziert wurde und in unzähligen grausamen Experimenten auf jede erdenkliche Art im Namen der Wissenschaft gequält wird. Konrad Lorenz war sicherlich ein Naturwissenschaftler, der zwar einerseits Teil des Systems war, andererseits aber auch sehr kritisch.

Doch seine Kritik betraf mehr die Menschheitsgeschichte überhaupt als den Wissenschaftsbetrieb. 1973 erhielt er immerhin den Nobelpreis für Physiologie und Medizin. Nun was sind seine "acht Todsünden der zivilisierten Menschheit"? Schon 1973 als das Buch erschien, waren diese Themen aktuell und sie beschäftigen uns noch heute. Überbevölkerung, Verwüstung des natürlichen Lebensraumes, Wettlauf der Technik, Verweichligung des Massenmenschen, genetischer Verfall, Abreißen der Traditionen, Indoktrinierbarkeit des Menschen und Atomwaffen bedrohen uns noch immer. Was ist aus seinen Mahnungen von damals geschehen? Eigentlich nicht viel, ausser leidenschaftlich darüber zu diskutieren und uns die "Haare zu raufen".

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