Donnerstag, 21.02.2019 23:30 Uhr

Der 12-Stunden-Tag in Österreich

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 04.02.2019, 15:17 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 2119x gelesen

Wien [ENA] Eigentlich ist es selbstverständlich länger zu arbeiten wenn Not am Mann, an der Frau ist. Oder nicht? Ob das eine Firma ist, Eltern, die ihr krankes Kind betreuen, Notfälle, Krisen aller Art, immer ist der Mensch gefordert sich nach den Gegebenheiten zu richten. Und darüber braucht man eigentlich gar nicht reden, geschweige darüber zu streiten. Trotzdem wird der 12-Stunden-Tag zum Zankapfel und warum?

Die Arbeiterkammer lehnt das am 1.September 2018 in Kraft getretene Arbeitszeitgesetz ab. Sie befürchtet Missbrauch und Verschlechterungen für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Theoretisch ist das möglich, praktisch waren flexible Arbeitszeiten schon lange usus und die Arbeitswelt ist sowieso gerade dabei sich neu zu erfinden. Ob das Gesetz, dass die neue ÖVP - FPÖ Regierung gleich ziemlich am Anfang ihrer Regierungszeit absegnete, wirklich so wichtig ist, ist unklar. Dr. Johann Kalliauer von der AK OÖ präsentierte bei einer Pressekonferenz im Dezember 2018 den Österreichischen Arbeitsgesundheitsmonitor, der eine umfassende Erhebung der subjektiven gesundheitlichen und psychischen Befindlichkeiten von Arbeitnehmern ist.

Die AK-Studie hat ergeben, dass fast die Hälfte der Beschäftigten zumindest manchmal bis zu zwölf Stunden pro Tag arbeiten muss. Das verlängert ihre wöchentliche Arbeitszeit und erschwert die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. In der Pflege, im Transport und am Bau wird am längsten gearbeitet, während in klassischen Büro Jobs die längeren Arbeitstage eher die Ausnahme sind. Nun führt der 12-Stunden-Tag aber nicht unbedingt zur 4-Tage-Woche. Aber je öfter Beschäftigte überlange Arbeitszeiten haben, desto mehr leiden sie unter Zeitstress. Schade, dass in Österreich die Arbeit ungerecht verteilt ist. Während sich die einen krank arbeiten, sind die anderen "gut" bezahlte Arbeitslose. Vielleicht ist das das Problem.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.