Dienstag, 13.04.2021 12:21 Uhr

Hamas greift im Westjordanland nach der Macht

Verantwortlicher Autor: Ronaldo Goldberger Jerusalem, 03.03.2021, 12:09 Uhr
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Jerusalem [ENA] Die im Gazastreifen obwaltende Terrororganisation Hamas, welche vom Ayatollah-Regime in Teheran gestützt wird, möchte ihre Machtbasis auf das von der Palästinensischen Autonomie verwaltete Westjordanland ausbreiten. Die Gelegenheit ergibt sich am 22. Mai, wenn Parlamentswahlen angesetzt sind, hernach am 31. Juli, wenn nach über 15 Jahren ein neuer Präsident erkoren werden sollte.

Der 85-jährige Mahmud Abbas - der in seiner in der Sowjetunion abgelieferten Dissertation die Gaskammern der Nazis während des Holocausts praktisch verleugnet hatte - wird sich nach bald 12 Jahren illegitimer Amtsausübung wohl dazu bequemen müssen, den Sessel zu räumen. 2005 wurde er, der die aus der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) hervorgegangene El Fatah vertritt, zum Präsidenten der in Ramallah neben Jerusalem residierenden Palästinenserbehörde ernannt. Nach Ablaufen seiner Amtszeit gab es keinerlei Neuordnung. Eigentlich war Hamas als Sieger der Parlamentswahlen von 2006 hervorgegangen, 2007 vertrieb sie die El Fatah aus dem Gazastreifen und installierte dort ihre unumschränkte Macht.

Abbas, der das Dekret zu Neuwahlen erlassen hatte, wollte insbesondere bei den Demokraten in den USA und der Europäischen Union punkten. Die Palästinenser wurden drum ihres renitenten Verhaltens gegenüber Israel, dessen Existenzrecht als jüdischer Staat sie als Voraussetzung für eine Regelung der Verhältnisse anerkennen sollten, zunehmend links liegen gelassen. Ihr Beharren auf ein Rückkehrrecht von Kriegsflüchtlingen bis in die vierte Generation nach dem israelischen Unabhängigkeitskrieg 1947/49 sowie die Errichtung einer palästinensischen Hauptstadt im Ostteil Jerusalems ist dermassen unrealistisch, dass der künstlich am Brodeln gehaltene Konflikt sich um Jahrzehnte verlängern könnte.

Irans Stellvertreter bald im Vorhof Jerusalems

Nun also lechzt Iran, dessen Staatsspitze die totale physische Zerstörung Israels tagtäglich als unumgänglich deklariert, nach einem Herrschaftscoup im Vorhof Jerusalems. Rund um Israel - im Libanon, Syrien und Gaza-Streifen - umzingeln Irans militärische Vorposten das sich dauernd auf der Hut befindliche Israel. Sollte Hamas, der Iran-hörige Stellvertreter, in bloss 20 km Luftlinie zum israelischen Parlament sich aufgrund der Wahlergebnisse in der präsidentiellen Muqata’a Ramallah einnisten, würden die Sicherheitsinteressen Israels massivst tangiert. Wer immer die Hügelzüge Judäas und Samarias beherrscht, bestimmt das Schicksal des am Mittelmeer gelegenen Flachlands, wo sich der Grossteil der israelischen Bevölkerung ballt.

Das korrupte Regime von Abbas befindet sich in der Zwickmühle: sollte es die Präsidentschaftswahlen absagen, würde es die unversöhnliche Hamas noch mehr gegen sich aufbringen. Die Mär eines das Westjordanland sowie den Gaza-Streifen umfassenden Palästinenserstaats würde durchlöchert. Finden die Wahlen statt, hat Abbas seinen politischen Selbstmord besiegelt. Für Israel dürfte sich dennoch, selbst mit einer Machtübernahme durch die Hamas, nichts Grosses ändern. Die Armee wird weiterhin für die Aufrechterhaltung der Sicherheit besorgt sein und die in über 130 Städten und Dörfern wohnhaften israelischen Staatsbürger, gut 500’000 Personen mit steigender Tendenz, an Ort und Stelle verbleiben. Selbst Diadochenkämpfe könnten Israel nichts anhaben.

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