Dienstag, 13.04.2021 11:35 Uhr

Einwanderer nach Israel stehen Schlange

Verantwortlicher Autor: Ronaldo Goldberger Jerusalem, 02.03.2021, 14:03 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 4424x gelesen

Jerusalem [ENA] Die weltweit als Blockade normalen Lebens empfundenen Corona-Wirrungen haben viele Juden weltweit bewogen, ihre Koffer zu packen, um nach Israel auszuwandern. Es stapeln sich dermassen zahlreiche Einwanderungsgesuche im Innenministerium, dass ein richtiger Pfropf entstanden ist. Es mangelt drum an zugelassenen Flügen, Unterbringungsmöglichkeiten - und Arbeitsplätzen!

Seit über einem Jahrzehnt steigen die Immigrationszahlen jüdischer Einwanderungswilliger an, die aufgrund ihres ethnischen Hintergrunds das 1950 vom Parlament in Jerusalem erlassene Rückkehrgesetz in Anspruch nehmen können. Es sind ihrer vordergründig nicht sonderlich viele - so 2020 bloss 21’000 -, zumal in der jüdischen Diaspora derzeit kaum noch 8 Mio. Menschen leben, die meisten hiervon assimiliert, von religiöser Tradition unberührt. Gemäss Angaben der Jewish Agency, der weltweit operierenden Einwanderungsbehörde, dürfte sich in den kommenden Jahren indes eine Welle von Einwanderung über Israel ergiessen, die mehrere Hunderttausend Menschen umfasst.

Impfweltmeister gegen Corona

Die Einwanderung seit dem Ausbruch von Corona rekrutiert sich primär aus Frankreich, Äthiopien, Russland, Ukraine und Südafrika. Obwohl der internationale Flughafen „Ben Gurion“ keinen normalen Betrieb aufrecht erhält, gab es Ausnahmebewilligungen, letzthin für 900 Ankömmlinge. Der Umstand, dass Israel mit seiner als fast schon radikal zu bezeichnenden Impfpolitik weltweit die Nase vorn hat - über die Hälfte der Bevölkerung ist mittlerweile mit dem vom Unternehmen Pfizer entwickelten Stoff gepikst worden - war, Erhebungen zufolge, ein wachsender Ansporn für die Ansteuerung der neuen Heimat. Nebst dem fortschrittlichen Gesundheitssystem fallen auch trübe Wirtschaftsaussichten sowie Antisemitismus im gegenwärtigen Aufenthaltsland ins Gewicht.

Das Repertoire grösserer jüdischer Gemeinschaften, aus denen sich eine Dynamik familiär orientierter Absetzbewegung nach Israel abzeichnen könnte, beschränkt sich auf neun Länder, in denen die Mehrheit der Gola-Juden wohnen. (Gola ist der Inbegriff für die Welt ausserhalb Israels.) Gemäss Angaben des jüdisch-amerikanischen Statistischen Jahrbuchs 2019 sind 53,06% aller Juden ausserhalb Israels wohnhaft, die meisten in den USA (39,93%), Frankreich, Kanada, Grossbritannien, Argentinien, Russland, Deutschland und Australien. Europas Juden schrumpfen zahlenmässig massiv. Seit 1970 hat ihre Zahl von damals 3,2 Mio. Menschen um 60% abgenommen - Ausfluss geringer Fruchtbarkeit, Assimilation und Emigration aufgrund grassierender Judenfeindschaft.

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