Donnerstag, 02.12.2021 16:33 Uhr

Zwanzig Jahre Tanzquatier Wien

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 03.11.2021, 13:11 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 4999x gelesen

Wien [ENA] Das Tanzquatier Wien im MQ hat sich einen guten Platz in der Wiener Kulturszene erobert . Immerhin haben 863 000 Besucher*innen in den letzten 20 Jahren an verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen. Neben einem aufsehenerregenden Panorama an modernen Tanzinszenierungen, gab es auch zunehmend Interesse an Vorträgen, Trainings oder Workshops. In der Zwischenzeit zählt das TQW zu den großen Tanzhäusern Europas.

Als internationales Koproduktionshaus etabliert, feiert es im Herbst 2021 sein zwanzigjähriges Bestehen mit einem sechswöchigen Programm, bei dem Urauführungen und internationale Produktionen ein atemberaubendes Panoptikum moderner Tanzinszenierungen bieten, die von einer Serie von Podiumsdiskussionen begleitet werden. Überhaupt bemächtigt sich die kritische Theorie und Intellektualisierung immer mehr der reinen Sinnlichkeit des sich bewegen wollenden Körpers und ritualisiert Tanz im Drama gesellschaftlicher Konvention, die zwischen Anpassung und Widerspruch oszilliert. Deshalb ist es auch verständlich, dass die im Programm vertretenen Künstler*innen und ihre Arbeiten immer wieder auf gesellschaftspolitische Diskussionen verweisen.

So verwandelt zum Beispiel die Choreografin Florentina Holzinger in ihrer "Göttlichen Komödie" die Halle E im MQU in einen Anatomiesaal, in dem der Tod auf dem Seziertisch liegt und 23 Tänzerinnen inszenieren mit stunts, Motocross und Hypnose einen mittelalterlichen Totentanz. Aber auch "Schleim" die performative Oper von Doris Uhlich, gefällt sich darin die Ambivalenz zwischen Ekel und Faszination darzustellen. Christine Gaigg wiederum thematisiert die weibliche Ejakulation als gesellschaftlichen Diskurs. Auch Isabel Lewis in "Urban Flourishing" verlangt den Zuschauenden einiges ab, wenn sie in einem Verkörperungsexperiment sie ermutigt, sich mit der eigenen inneren Welt zu verbinden um radikaler für die äussere Welt empfänglich zu sein.

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