Dienstag, 18.06.2019 13:03 Uhr

"Sie meinen es politisch!" Volkskunde Museum Wien

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 04.04.2019, 18:55 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 4972x gelesen

Wien [ENA] Das Volkskunde Museum Wien hat sich an ein politisches Thema als Ausstellungsmotiv herangewagt. 100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich wurde von vielen Kultur-und Bildungsinstitutionen ausgiebig gewürdigt und gefeiert. Und trotzdem ist es etwas besonderes, wenn ein Volkskunde Museum Requisiten wie ein Wahllokal oder ein sozialdemokratisches Vereinslokal als politische Räume erfahrbar zu machen versucht.

Das gelingt nicht ganz und der Ausstellungsraum wirkt überladen und unüberschaubar. Längst hat sich das Volkskunde Museum zu einer zeitgenössischen Museumsarbeit bekannt und scheut auch nicht Themen wie Gastarbeiter, Migration und Flucht. Eine kaputte Schwimmweste, gefunden an den Küsten Europas, ist fürr sie genauso ein weetvolles Museumsstück wie ein antiker Kleiderschrank aus einem Tiroler Bauernhaus. Geht es nach dem kuratorischen Team, erhält das "Objekt erst durch Interpretation und Kontextualisierung seinen sammlerischen Wert." Kein Wunder also, dass in der Zwischenzeit auch kleine rosa Schweinchen, nämlich Neujahr Glücksbringer der letzten zwei Jahrhunderte, Einzug in die Volkskunde gefunden haben.

Was wertvoll ist, bestimmen letztendlich Besucherströme oder der politische Zeitgeist und liegt nicht unbedingt in der "Natur der Sache". Wie soll man mit Politik, die ja auch Ausdruck von Zeitgeist ist, umgehen? Auf alle Fälle vorsichtig, denn alle politischen Errungenschaften sind meistens extrem teuer erkauft worden. Das Frauenwahlrecht ist dabei keine Ausnahme und hat zu den Existenzformen der Frauen von heute in den westlichen Industriestaaten geführt. Sie darf heute viel, fast alles und doch ist Euphorie in der Politik fehl am Platz.Dazu ist sie zu unbeständig und letztendlich zu gefährlich und man weiß nie welche Schwierigkeiten kommende Generationen zu meistern haben. Hoffentlich ist dabei das Frauenwahlrecht von Nutzen.

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