Donnerstag, 02.02.2023 11:38 Uhr

Philipp Blom "Die Unterwerfung"

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien , 10.01.2023, 16:04 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 4523x gelesen

Wien [ENA] Philipp Bloms Buch "Die Unterwerfung- Anfang und Ende der menschlichen Herrschaft über die Natur" fügt sich ein in die Reihe jener traurig- schönen Bücher, die mit einer gewissen Lust, aber auch Tiraden von beklemmend eindrucksvollen Worten, den Weltuntergang prophezeien, der sich unweigerlich aus einer akribischen Geschichtsdeutung ergeben muss, die vom Urmenschen bis zur Utopie des Transhumanismus reicht.

Dabei rinnt die Sprache des deutschen Kulturhistorikers wie goldenes Öl durch die Befindlichkeiten der Jahrtausende und sammelt sich in den Bruchstellen menschlicher Kultur, die angeblich zum Wahn einer totalen Naturbeherrschung mutierten und Philosophen wie Descartes allen Ernstes den Menschen zum Besitzer und Beherrscher der Natur erklären ließen und den Rest des Lebens - Fauna und Flora - zu seelenlosen Automaten degradierten, deren gerechtes Schicksal es ist sich der Willkür des Menschen, der angeblichen Krone der Schöpfung, zu beugen. Dass auch Leo Trotzki es gerechtfertigt sah mit der Kraft der Maschinen die Gesamtheit der Natur bezwingen zu wollen findet sich auch in der Vision wieder die Weiten des Weltraums zu besiedeln.

Und doch schreibt sich Blom in eine gewisse Ausweglosigkeit, die einem Denken geschuldet ist, dass Geschichte als notwendigen Prozess der Selbstzerstörung sieht, aber letztendlich mit dieser apokalyptischen Vision auch den Herrschaftsanspruch über Leben und Tod einfordert. Der Autor fordert deshalb, anstatt den Menschen als Herrn der Schöpfung zu begreifen, ihn als in allen möglichen Zusammenhängen verstricktes Tier zu verstehen und somit als Wesen mit begrenzter Macht und Willensfreiheit. Damit soll die Unterwerfung wieder Teil einer evolutionären Dynamik werden, in der Menschen, ähnlich wie Pilze und Mikroben, Teil in dem großen Tanz der Verstrickungen und Abhängigkeiten sind, die am besten das Wesen des Lebens ausdrücken.

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