Dienstag, 13.04.2021 12:16 Uhr

Othmar Peter Hartmann "Kindheitstrauma"

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 14.02.2021, 18:57 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 4191x gelesen
Othmar Peter Hartmann
Othmar Peter Hartmann   Bild: Schura Euller Cook

Wien [ENA] Ein sehr interessanter Bildentwurf von Othmar Peter Hartmann (1898 - 1973) ist dieses etwas bedrückende Motiv eines Kindes im Mittelpunkt einer Familie. Da es nicht signiert und datiert ist, gehört es wahrscheinlich zu seinen älteren Studien, die vor oder kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden.

Die Bildgebung ist der Versuch, das Kindmotiv äußerst ernst und tiefenpsychologisch zu fassen. Es war erst im 20.Jh in dem das Kind als eigenständiges Wesen in der bildenden Kunst thematisiert wurde Hartmann hat hier das Kind in seiner ganzen existentiellen Tragik dargestellt und damit durchaus schon die psychoanalytische Deutung reflektiert. Denn die Entwicklung der Person ist auch von den verdrängten kindlichen Traumata bestimmt, die als Psychodynamik wirken. Die Auseinandersetzung mit dem Unbewussten wurde von Philosophen wie Schopenhauer, Nietzsche oder Eduard von Hartmann geführt und literarische Analogien finden sich bei Goethe oder Dostojewski. Psychoanalytisch rücken unbewusste Phantasien oder Träume in das Forschungsinteresse.

Sexuelle Kindheitstraumata entfalten im Rahmen ihrer ödipalen Triebdynamik ihre pathogene Wirkung. Auch wenn sich Freud später von der Traumatheorie abwandte und die infantile Sexualität als ödipales Begehren setzte, bleibt die Verletzlichkeit des Kindseins ein ewiges Drama. Was für ein zutiefst deutungsbewusstes Bild hat Hatmann hier geschaffen. In sich ruhend und ewig gültig stellt sich die Menschheit dar in ihrem Zurückgeworfensein auf die Schicksalhaftigkeit der Famille.

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