Sonntag, 19.05.2019 22:46 Uhr

Manfred Willmann in der Albertina Wien

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 24.02.2019, 20:32 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 5586x gelesen

Wien [ENA] Wer in die Albertina Wien geht um Manfred Willmanns Photographie Serien mit den verlockenden Titeln wie "Das Land" oder "Die Welt ist schön" zu sehen und vielleicht auf eine Naturidylle hofft, wird enttäuscht werden. Nichtsdestotrotz strömten die Massen von städtischen Kunstbegeisterten zur Eröffnung am 7. Februar 2019 in die Albertina und erklommen die herrliche Albrechtsrampe die ins Museum führt.

In den wunderschönen Marmorsälen konnten Ausschnitte aus dem südsteirischen Landleben des Künstlers in perfekter Farbfotographie erlebt werden. Es war ein fröhliches Stadtpublikum, das der "Realität" des Landlebens mutig ins Auge schaute. Ja, es ist nicht schön, wenn ein Schweinskopf in einem Eimer Wasser ausblutet oder unappetitliche Essensreste mit Besteck und Tellern auf einem Tisch verstreut herumliegen, aber als Ganzes durchaus eine interessante fotografische Komposition ergeben. Man geht vorbei an diesen rund 270 Werken, sieht und sieht doch nicht, sucht und findet nur das Alltägliche, das Banale. Das aber photographisch perfekt, ausgefeilt in der Detailtreue und mit einem manchmal spielerischen Umgang mit Form und Farbe.

Wie in der modernen Kunst überhaupt, ist es immer die Befindlichkeit des Kunstschaffenden die sich in den Vordergrund spielt. Die Objekte werden nicht wirklich losgelassen, immer ist es seine Realität die das Maß aller Dinge wird. Die Poesie, diese "subversive" Sprache der Natur, entzieht sich der technischen Machbarkeit und wie der Direktor der Albertina Klaus Albrecht Schröder bemerkt, bleibt "kein Raum für Metaphysik". Ende der 1970er-Jahre entwickelt Willmann ein visuelles Vokabular, das die Wahrnehmung seiner bislang als darstellungswürdig geltenden Motive bestimmt. Enge Bildausschnitte und der konsequente Einsatz von Blitzlicht bestimmen bald seine Bildsprache, obwohl das damals für die künstlerische Fotografie noch verpönt war.

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