Mittwoch, 28.09.2022 23:35 Uhr

Hermann Rastorfer im Bank Austria Kunstforum Wien

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 13.09.2022, 17:23 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 2012x gelesen

Wien [ENA] Hermann Rastorfer (1930-2007) ist sicherlich eine künstlerische Ikone der schwierigen, aber auch hoffnungsfrohen Nachkriegszeit, der mit Kunst einen fast unbändigen Gestaltungswillen zeigte und damit viele Kunstrichtungen inspirierte. Dionysisch brillierte er bald als Liebkind der Kunstszene, aber auch der Wirtschaft und verwirklichte so eine fulminante Karriere und deren Vermächtnis in seinen "Lebenslinien".

Die grosse Ausstellung "Lebenslinien" wird gerade im Bank Austria Kunstforum Wien gewürdigt, die im September 2022 dort zu sehen ist. Schwerpunkt seiner Zeichnungen und Acrylbilder ist meistens die Leidenschaft für das Figurative, das sich bei Rastorfer im schwungvollen Auflösenden, Pointierten und an Picasso erinnernden Tänzerischen zu immer neuen Formen stilisiert, in denen immer wieder das Erotische als das Wesen des Seins im vergehenden Körperlichen zelebriert wird. So exzessiv verschwenderisch auf der einen Seite der bildenden Kunst, so künstlerisch nüchtern und bedacht nehmen sich manchmal seine Entwürfe für Industriedesign oder Werbung aus. Bekannt ist er zum Beispiel für seine Produktionsdetails an der Cognac Martell Werbung.

Seine Taschenbuch-Umschläge für den Ullstein Verlag oder seine Plakate für das Kabarett "Bügelbrett" sind legendär. Rastorfers Pharma-Packungs-Gestaltung für Boehringer Ingelheim sind teilweise noch immer in Gebrauch. So kontrastiert die Retrospektive im Kunstforum Bank Austria Wien sein bedeutendes künstlerisches Schaffen gemeinsam mit seinem modernen Design, das die deutsche Werbelandschaft bis heute geprägt hat. Als Maler, Zeichner, Bildhauer, Architekt und Grafiker spannt er als Universaltalent einen Bogen vom Ideal der Renaissance bis in das Ausstellungsgeschehen der Gegenwart.

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