Donnerstag, 02.12.2021 17:54 Uhr

Gedanken zu Dostojewski

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 13.11.2021, 18:23 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 2873x gelesen

Wien [ENA] Viele Leser*innen entdecken irgendwann den russischen Schriftsteller Fjodor M. Dostojewski und verfallen sehr bald der enormen Dichte seiner Sprache, ihrer Spannung und seiner starken Denk-und Empfindungskraft. Am 11. November 2021 jährte sich sein 200. Geburtstag. Das mag lange sein, aber seine Werke wie Die Dämonen, Der Idiot oder Schuld und Sühne haben noch immer einen festen Platz in der Weltliteratur.

So komplex, anspruchsvoll und vielschichtig auch sein literarischer Ansatz ist, so verlockend ist noch immer sein Angebot einen Blick tief in die menschliche Seele, mit allen ihren Abgründen, werfen zu können. Der große Bruch in Dostojewskis Leben kam, als er seine aussichtsreiche Laufbahn als Militäringenieur abbrach um Schriftsteller zu werden. Eine Entscheidung, die ihm fast das Leben kostete. Zwar hatte er 1844 großen Erfolg mit seinem Erstlingswerk dem Briefroman "Arme Leute", doch seine Teilnahme an den Treffen des revolutionären Petraschewski-Kreis, die sich z.B. für die Abschaffung der Leibeigenschaft aussprachen, führte 1849 zu seiner Verurteilung zum Tode, die im letzten Moment zur Zwangsarbeit in Sibirien umgewandelt wurde.

Dieser grausame Schicksalsschlag hinderte ihn aber nicht dem Schreiben treu zu bleiben und nach seiner Freilassung, zwar körperlich und seelisch gezeichnet, noch viele seiner berühmten Romane, Novellen und Erzählungen zu schreiben. Obwohl Dostojewski in seiner Jugend dem Frühsozialismus nahe stand, war er schon allein durch seine Herkunft und sein Studium an der prestigeträchtigen militärischen Ingenieurtechnischen Universität in St. Petersburg, auch dem russischen Kaiserreich nahe, obwohl er die Umbrüche im 19. Jahrhundert durchaus intellektuell verarbeitete. Schon während seines Studiums war er gespalten zwischen Technik und der Beschäftigung mit russischer und französischer Literatur und träumte von einem christlichen Sozialismus.

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