Sonntag, 14.08.2022 21:40 Uhr

Ferdinand von Schirachs Buch "Jeder Mensch"

Verantwortlicher Autor: Schura Euller-Cook Wien, 28.07.2022, 21:26 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 2644x gelesen

Wien [ENA] Überraschenderweise wurde das kleine Büchlein "Jeder Mensch" von Ferdinand von Schirach ein Spiegel Bestseller, obwohl, wie der deutsche Jurist und Künstler Ferdinand von Schirach selbst sagt, nur ein kleiner Prozentsatz von EU-Bürger*innen überhaupt über das Thema europäische Menschenrechtskonvention oder die Charta der Grundrechte informiert ist. Aber genau darüber möchte das Buch aufklären und noch einiges mehr.

Von Schirach beginnt mit dem 4. Juli 1776 als die dreizehn britischen Kolonien in Nordamerika ihre Unabhängigkeit von England proklamierten mit dem Bekenntnis "Alle Menschen sind gleich geschaffen und haben ein Recht auf Leben, Freiheit und dem Streben nach Glück". Doch er macht auch darauf aufmerksam, dass 1776 die Gleichheit der Menschen eine Utopie war, weil Millionen Sklaven in Amerika lebten. Der glühende Verehrer des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, der französische Adelige Lafayette, beschloss mit 19 Jahren unter George Washington an diesem Krieg teilzunehmen. Zurück in Frankreich verfasste er 1789 die Erklärung der Menschenrechte. Kurz darauf begann die französische Revolution und die Vernichtung vieler Andersdenkenden.

Von Schirach macht dann in seinem Buch einen großen Sprung in unsere Zeit und stellt fest, dass die Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung das Internet, sozialen Medien, Globalisierung, Algorithmen, Künstliche Intelligenz und den Klimawandel nicht kannten. Daraus folgert er, dass wir neue Grundrechte brauchen, die "einfach, naiv und utopisch" sind. Im Spiel mit den Utopien fordert er das Recht auf eine gesunde Umwelt, die digitale Selbstbestimmung, transparente Algorithmen, politische Wahrheit und die Möglichkeit zur Grundrechtsklage und überzeugt damit besonders die Jugend, die in einer digitalen Welt aufgewachsen ist. Aber das macht diese Themen auch futuristisch und abstrakt und erinnern an Glaubensüberzeugungen.

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