Sonntag, 19.05.2019 22:47 Uhr

Donaufestival 2019

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 29.04.2019, 21:37 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 3707x gelesen

Wien [ENA] Zu den vielen Kultur Veranstaltungen in Niederösterreich gehört mittlerweile auch das donaufestival Krems, das immer am letzten Wochenende im April, also in der "Walpurgiszeit" stattfindet. Dazu passt es auch, dass es sich dabei um einen Hotspot für zeitgenössische Kunst und Kultur im pop-und subkulturellen Kontext handelt und ein Anziehungspunkt für Kunstinteressierte aus aller Welt ist.

Es werden Konzerte, Performances, Ausstellungen, Installationen oder Filme präsentiert. Nun, sehr viel und sehr eigenartiges ist zu hören und zu sehen. Wüstheit und Weisheit paaren sich auf bedrückende Weise in der Musik des israelischen Gitarristen Yonatan Gat. Sie lebt von Lautstärke, Selbstverschwendung und Konfrontation. Ganz anders Anna von Hausswolf. Sie lässt strahlende Melodien blühen, die ins Sphärische streben und mit einer Band, die ihr sakrales Sehnen erdet und in Songs überführt. Die Bibel und das Pornographische, das Göttliche und das Animalische: Das sind die Pole, zwischen denen sich Årabrot bewegt. Bei Giant Swan brüllt, hallt und rauscht es. Die Bässe bringen die Wangenknochen zum Beben und die Pupillen zum Zucken.

Feldermelder plays erratic und die Mysterikerin Lingua Ignota kann über das Unsagbare nur in einer unbekannten Sprache reden. N-Polenta fragt sich ob nicht schon längst alle Menschen zu Sklaven des digitalen Überwachungskapitalismus geworden sind. Abgerundet wird dieser Walpurgisreigen mit einer Tour de Force durch eine kritische politische Theorie von Thomas Edlinger, Isolde Charim und anderen, die irgendwo im Revolutionsjahr 1848 beginnt und sich irgendwie zwischen Nihilismus und Selbstdarstellung bewegt und das Leitmotiv "New "Society" zum undurchschaubaren Schlagwort macht. Letztendlich eine politisch eingefangene Jugendkultur, ein Sturm und Drang, der aber nicht unbedingt ein politisches Bekenntnis sein braucht.

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