Mittwoch, 28.09.2022 23:55 Uhr

Das Jüdische Museum Hohenems

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 12.09.2022, 15:14 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 1876x gelesen

Wien [ENA] Das Jüdische Museum Hohenems hat in Wien im September 2022 zu einer Pressekonferenz eingeladen. Das ist auch gut so, denn wer weiß schon viel über dieses Museum im relativ fernen Vorarlberg. Dabei ist das schade, denn es ist schon allein wegen seiner geschichtlichen Bedeutung sehenswert und reiht sich ein in eine allgemeine moderne, vibrierende Museumskultur, die Museales und jugendliche Lebensfreude verbindet.

Die Spinnennetze ehemaliger düster-überwältigender Artefaktenschau werden im fröhlichen Konsumverhalten von einer reiselustigen Massengesellschaft weggewischt. Das heißt aber nicht, wie der deutsche Literaturwissenschaftler und Direktor des Jüdischen Museums Hohenems Hanno Loewy ausführt, dass das Museum nicht auch selbstkritisch seine eigene Sammlung und Geschichte betrachtet und darüber hinaus die Frage nach dem grundsätzlichen Auftrag eines jüdischen Museums stellen muss. Denn mehr als 120 Jüdische Museen gibt es inzwischen weltweit, die wie alle anderen auch, die Gratwanderung zwischen Vergangenheit und Zukunft bewältigen müssen und zwischen pietätloser Sensationsgier, Bildungspolitik und Kommunikationsbedürfnis changieren müssen.

Das Jüdische Museum Hohenems wurde im April 1991 in der Villa Heimann-Rosenthal im Zentrum des ehemaligen jüdischen Viertels eröffnet und die 2007 völlig neugestaltete Dauerausstellung dokumentiert die Geschichte der jüdischen Gemeinde Hohenems, die über drei Jahrhunderte bis zur NS-Zeit existierte. Ausserdem bietet das Museum jährliche Wechselausstellungen und ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm und ist seit der Eröffnung im Kontakt mit den Nachkommen der Hohenemser Juden in aller Welt. Vielfache Schenkungen von Alltagsgegenständen und Dokumenten durch sie haben zu einer großen Sammlung beigetragen, die Geschichte in allen ihren Höhen und Tiefen lebendig werden lässt.

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