Donnerstag, 18.07.2019 06:53 Uhr

Bosch & Alraune im Theatermuseum Wien

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 30.01.2019, 18:04 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 5973x gelesen

Wien [ENA] Zufall oder Notwendigkeit? Apokalyptische Höllenqualen sind das bevorzugte Motiv einer ganzen Reihe von Ausstellungen in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien zu Gast im Theatermuseum. Angefangen hat es mit "Bosch & Alraune", einer Ausstellung im Jahr 2018, die es in sich hat. Warum? Zuerst einmal, da ist dieser wahnsinnig, schaurig - schöne Flügelaltar von Hieronymus Bosch aus dem 15.Jahrhundert.

Betrachtet man ihn von der Ferne, zeigt sich ein schön komponiertes, mit eher dunklen braun und rot Tönen gemaltes großes Landschaftsbild. Aber die Details, die erst so richtig beim Näherkommen sichtbar werden, sprechen eine andere Sprache. Auf dem linken Flügel ist ganz oben zu sehen wie Luzifer und die abtrünnigen Engel aus dem Himmel verstoßen werden. Auf der Mitteltafel steht der Erzengel Michael, der die guten und schlechten Seelen wägt und in das Paradies oder die Hölle schickt. Leider wird der Großteil der Menschheit von Dämonen und Teufeln für ihre Sünden bestraft. Zu sehen sind Sünder, die aufgespießt, zersägt oder anders gequält werden und auf dem rechten Flügel strahlen lodernde Feuer eine höllische Endzeitstimmung aus.

Die Apokalypse hat die Menschen immer schon bewegt. Dieser eigenartige Taumel zwischen Lebensgier und Angst, zwischen Moral und Strafe. Und heute? Gehen wir zur Alraune. Die 1952 in Tübingen geborene Textilkünstlerin geht überdimensional und in Pop Art Manier mit der Apokalypse um. "Faschiertes von der Sünderin" ist nicht mehr ein kleines Detail, sondern ein großes Objekt, das keinen Zweifel darüber offen lässt, dass eine Frau durch einen Fleischwolf gepresst wird. "Lust und Ekel" spielt mit der Abscheu vor einer Ratte, die ziemlich lebensgroß in einer silbernen Schüssel sitzt und genüsslich Erdbeeren frisst. 2019 geht es weiter mit dem Faszinosum Bosch und Gegenwartskünstlern wie Legat, Kühn oder Banisadr. Das könnte spannend werden!

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