Freitag, 20.05.2022 13:18 Uhr

bell hooks "Alles über Liebe"

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 17.12.2021, 18:41 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 6210x gelesen

Wien [ENA] In der menschlichen Gesellschaft hat sich der Materialismus wie ein zäher Schleim über das Urgefühl der Liebe zum Leben gelegt. Wir brauchen uns nur die Natur in ihrer Fülle und Pracht anzusehen und die Lebenslust der Pflanzen und Tiere, die in ihren unzähligen Formen und Farben unaufhaltsam zu jubilieren scheinen. Alles wächst, flattert, summt, zwitschert, brummt und stirbt in einem Taumel der Lebensfreude.

Die Schöpfung scheint in einem immer wiederkehrenden Weltentanz begriffen zu sein. Etwas abseits aber steht der Mensch mit seinem Machtanspruch über die Natur und will dieser Fröhlichkeit seine Gesetze aufzwingen, die verhängnisvoll und düster das Leben zurechtbiegen wollen. Die Natur sowieso, aber auch der Mensch ist von dieser Verstümmelung nicht ausgenommen und seine Klagen darüber reichen solange zurück, solange es Schriften darüber gibt. In diese Klagen stimmt auch die kürzlich verstorbene amerikanische Schriftstellerin bell hooks ein, die in ihrem Buch "Alles über Liebe" den Verlust der Liebesfähigkeit beweint. Mutig versucht sie die Kunst des Liebens neu zu denken und bietet eine Vision von der transformativen Kraft der Liebe an.

Hooks will uns in ihrem Buch zeigen, was wir tun müssen, um wieder lieben zu können. Sie wünscht sich eine Kultur, in der die Liebe gedeihen kann. Trotzdem fasst sie das Thema mit spitzen Finger an. Zu sehr ist sie selbst Kind ihrer Kultur und den Universitäten und Verlagen verpflichtet, für die die Liebe eine Ware ist. Gleichzeitig zwingt sie die Liebe in ihren eigenen intellektuellen Kosmos, in dem Feminismus oder Klassismus einen breiten Raum einnehmen. So reflektiert sie über die Möglichkeit einer Liebesethik in sozialen Bewegungen. Grundsätzlich definiert sie Liebe nicht so sehr als Eros, sondern als Philia, als Freundschaft, Anerkennung und Gegenseitigkeit, wobei bell hooks aber auch die Agápe, nämlich die Nächstenliebe im Blick hat.

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