Mittwoch, 28.10.2020 20:37 Uhr

Alma Johanna Koenig

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 18.08.2020, 17:58 Uhr
Presse-Ressort von: Dr.Schura Euller Cook Bericht 5217x gelesen

Wien [ENA] Als eine Mischung von atemberaubender Erotik und Grausamkeit schildert uns Alma J. Koenig ihre Beobachtungen und Eindrücke in Algier um 1925. Der Reisebericht "Sahara" ist umso interessanter, als sich heute diese damals noch als exotisch empfundene Kultur, immer tiefer in das europäische Leben hineinschiebt und zwei Welten aufeinander treffen, die damals noch relativ streng getrennt waren.

Das führt dazu, dass beide Kulturen viel von ihrer Eigenart verlieren und etwas Neues entsteht, dass noch nicht weiß, was es werden soll. Dass die christliche und islamische Kultur in vieler Hinsicht unvereinbar sind, zeigt sich auch darin, dass die so plumpe Forderung nach Integration an die vielen Millionen Zuwanderer nach Europa, bestenfalls in Parallelgesellschaften einen vorläufigen Waffenfrieden finden. Was Koenig aus Algier als Grausamkeit beschreibt ist die Rückseite einer Sinnlichkeit, die den erotischen Reiz in's Absolute, ja Heilige steigern möchte. Sie schreibt, "Algier ist ein einziger großer Harem für die Frauen und ein einziges großes Paradies für die Männer...Man sieht die lebenslange Tortur der arabischen Frauen."

Alma Johanna Koenig, geboren 1887, österreichische Lyrikerin, Erzählerin und Übersetzerin mit galizisch-jüdischen Wurzeln, die sich literarisch so tief in andere Kulturen hineingelebt und einige spannende historische Romane geschrieben hat, musste selbst die unvorstellbare Grausamkeit ihrer eigenen Kultur, die sich in einen mörderischen Rassenwahn hineingesteigert hatte, mit dem Leben bezahlen. Sie wurde 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinez getötet. Die Grausamkeit kommt in vielen Formen und Abarten und alle Kulturen kennen sie. Auch Koenig schaudert über ihre Beobachtungen in Algier und schreibt, "das ganze Jahr hindurch sieht man, wie Tiere unvorstellbar gefoltert werden".

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